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Die verschleppte Zinswende

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Mehr als zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise herrscht geldpolitisch noch immer Ausnahmezustand in Europa. Die Wirtschaft wächst stark, doch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank bleibt extrem locker. Die EZB gleicht einer Feuerwehr, die auch lange nach Verlöschen der Flammen immer weiter aus vollen Rohren Wasser spritzt. Ein solches Verhalten ist gefährlich. Es kann und wird neue Schäden verursachen.

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Merkels Endspiel

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Nach der für die CDU erschütternd schlecht ausgefallenen Bundestagswahl 2017 mit dem schlechtesten Ergebnis seit 1949 beginnt nun Merkels Endspiel, wie die „SZ“ treffend kommentierte.

Hauptgrund für das schlechte Abschneiden war ihr Versagen in der Flüchtlingskrise. Die CDU hat durch den Linkstrend der vergangenen Jahre viel Raum rechts von ihr geöffnet, den nun die AfD besetzt hat. Das Aufkommen der AfD dürfte ein bleibendes Ergebnis der Merkelschen „Modernisierung“ (aka Linksdrift) der CDU sein.

In einer von Gegensätzen gekennzeichneten Schwarz-Gelb-Grün-Koalition, in der die CSU sich wundreiben wird, dürfte sich Merkel ihre letzten Jahre an die Macht klammern – aber den Höhepunkt ihrer Macht hat sie längst überschritten, wie auch ihre zahlreichen Minnesänger in internationalen Medien eingestehen müssen.

In unserem Buch „Merkel: Eine kritische Bilanz“ habe ich im Vorwort diese Entwicklungen vorhergesagt.

Unser Buch mit prominenten Autoren war fünfzehn Wochen lang auf der „Spiegel“-Bestsellerliste, davon zehn Wochen unter den Top-20, und hat sieben Auflagen erreicht.

Erfreulich war, dass auch viele ausländische Medien das Buch zur Kenntnis genommen haben, etwa „Le Monde“ und „L’Opinion“ (aus Frankreich), „Berlingske Tidende“ und „Dagbladet Information“ (aus Dänemark), „Aftenposten“ (Norwegen), das niederländische Ferrnsehen NPO I, die japanische Zeitung “Sankei Shimbun”, selbst in der ältesten Zeitung Brasiliens „O Estado de S. Paulo“ und in der neuseeländischen “National Business Review” wurde das Buch erwähnt bzw. rezensiert.

Das „Luxemburger Wort“ schrieb, kurz vor der Wahl: Das Buch „setzt einen Kontrapunkt zu dem Dauerlob, das Merkel vor allem aus der internationalen Presse erfährt. … Merkel würde ihrer Partei zwar Wahlsiege bescheren, habe aber keinen konstanten Grundwerte. Es herrsche Beliebigkeit statt Verlässlichkeit, grüne Politik statt konservativer Werte, eine “Schweigen als Waffe” und eine Verweigerung von Debatten. Die Kritik trifft. … Alles in allem gelingt Plickerts Buch eine schärfere und begründetere Merkel-Kritik als sie derzeit von Martin Schulz, Cem Özedmir oder Frauke Petry zu hören ist.“

Auch in der CDU hat nun eine kritische Grunddebatte über Angela Merkel begonnen, nur trauen sich bislang wenige, die Parteivorsitzende offen infrage zu stellen. Aber das wird kommen.

Spätestens nach dem zu erwartenden Debakel der CSU bei der bayerischen Landtagswahl 2018 wird die kleinere Unions-Schwesterpartei wie eine angeschossene Wildsau durchs Berliner Regierungsviertel laufen – und dann rechne ich mit schweren Verwüstungen in der Jamaika-Koalition. Alles in allem wird diese letzte Regierungskoalition für Merkel kein Spaziergang. Besser (für die CDU) wäre es, wenn sie jetzt schon an einem Übergang hin zu einem Nachfolger arbeiten würde. Sonst stürzt die CDU bei der nächsten Wahl noch mehr ab.

Ein Riese, Scheinriese? Was bleibt von Merkel?

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Anders als die fedidwgugl-Schönredner sagen, ist Merkels Bilanz als Kanzlerin keinesfalls glanzvoll. Euro-Krise, Energiewende und Grenzöffnung haben dauerhaft hohe finanzielle und soziale Risiken geschaffen. Im Vergleich mit den großen Kanzlern Adenauer und Kohl ist ihre historische Leistung nebulös. Ein bleibendes Erbe der merkelschen “Alternativlosigkeit”-Politik, die stets nur bis zur nächsten Kehrtwende gilt, ist der Aufstieg der AfD als neuer Konkurrenz von rechts. Merkel ist ein Riese mit tönernen Füßen.

Hier ein Kommentar von mir auf Spanisch.

Seit vier Wochen Spiegel-Bestseller

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Unser Buch “Merkel: Eine kritische Bilanz” (siehe voriges Posting) ist sehr erfolgreich: Schon zwei Wochen nach dem Verkaufsstart sprang es auf die “Spiegel”-Bestsellerliste und ist doch nun seit vier Wochen, in der neuen Liste klettert es abermals auf Platz 9. Für einen Sammelband von Professoren und Publizisten ist das ein sensationell gutes Ergebnis. Demnächst wird die 6. Auflage gedruckt.

 

Zudem gibt es eine ganze Reihe – überwiegend sehr guter – Rezensionen und Artikel über das Buch. Hier kommen einige kurze Auszüge:

 

„Bekannte Autoren wagen mitten im Wahlkampf eine Abrechnung mit der Kanzlerin“ (Die Welt)

„Für 19,99 Euro bekommt man ein Pfund Merkel-Abscheu“ (taz)

„sachkundige Kritiker der Merkelschen Politik“ (rbb-Kulturradio)

„lesenswertes Buch“ (Rheinische Post)

„22 hochkarätige Merkel-Kritiker, die eine im Grunde katastrophale Bilanz ziehen“ (Junge Freiheit)

„Plickerts Buch ist ein Tornado, der Muttis Garten verwüstet“ (Allgemeine Zeitung, Mainz)

„ein Scharfmacher-Buch mit einer klaren Agenda. Sie heißt: Merkel muss weg“ (Münchner Merkur)

„Merkel-Mythen gründlich zertrümmert. … Einige der aktuell spannendsten politischen Autoren mit einer bemerkenswerten Tiefenanalyse des politische Phänomens Merkel“ (Nordwest-Zeitung, Oldenburg)

“Starker Tobak” (Magazin Der Selbständige)

 

Außerdem erreichten mich zahlreiche Mails und Anrufe von begeisterten Lesern. Auch aus dem Bundestag – aus der Unionsfraktion (!) – gab es Reaktionen. Hinter vorgehaltener Hand klagen CDU- und CSU-Abgeordnete ihr Leid.

Zuletzt: Selbst im Ausland wird das Buch wahrgenommen. Ein niederländischer öffentlicher TV-Sender will ein Interview machen. Und sogar in einer neuseeländischen Wirtschaftszeitung, der “National Business Review” gab es eine lange Rezension. Hier einige Auszüge: “22 German and international senior academics and commentators to shed light on Merkel’s 12 years in the chancellery. It has already reached ninth place in Germany’s non-fiction book Charts. … …  As many of the authors in Plickert’s book point out, Merkel has burdened her country with enormous long-term liabilities. She often did so in response to short-term political impasses. In this way, Merkel has secured her position as the nearly unrivalled political leader she is. But the costly results of her actions will only become visible long after she will have left the Scene. … With a record like this, it is hard to understand Merkel’s enduring success.”

Neues Buch “Merkel: Eine kritische Bilanz”

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Seit Montag ist unser Buch „Merkel: Eine kritische Bilanz“ auf dem Markt und verkauft sich schon wie warme Semmeln. Offenbar trifft das Buch einen Nerv vieler Leute, gerade im liberal-konservativen Lager.

In diesem Buch ziehen 22 Professoren und Publizisten eine Bilanz der Ära Merkel. Ich als Herausgeber habe renommierte Autoren versammelt, die das politische Wirken und die Person Merkels analysieren. Hier ein Link zur Verlagsankündigung inkl. Leserprobe.

Mit dabei sind so profilierte Köpfe wie die deutsch-türkische Soziologin Necla Kelek, die Publizistin Cora Stephan, der Kommunikationswissenschaftler Norbert Bolz, der Historiker Michael Wolffsohn,  der SPD-Querdenker Thilo Sarrazin, der Wirtschaftspublizist Roland Tichy, die Feminismuskritikerin Birgit Kelle, Ökonomie-Professoren wie Justus Haucap sowie Politologen und Journalisten aus England, Amerika und Osteuropa.

Das Fazit: Die Kanzlerin ist ein Scheinriese, eine überschätzte Politikerin, die sich mehrere gravierende Fehler zuschulden hat kommen lassen. Angefangen beim Lavieren in der Eurokrise und der kopflosen Energiewende bis hin zu ihrem Agieren in der Flüchtlingskrise: Das Durchwursteln, Zaudern und Aussitzen der Kanzlerin wird Deutschland auch auf längere Sicht schwer belasten.

 

Erste Reaktionen in anderen Medien nach unserer Buchpräsentation in Berlin in der Bundespressekonferenz, bei der Prof. Andreas Rödder (Uni Mainz, Vorstand Konrad-Adenauer-Stiftung) und Thilo Sarrazin sprachen:

„Bekannte Autoren wagen mitten im Wahlkampf eine Abrechnung mit der Kanzlerin“, schrieb Susanne Gaschke in der „Welt“ (20. Juni, S. 4). Die „rebellische Pose dabei ist mitunter schwer erträglich“, fand sie. Besonders Sarrazin hat sie viel zitiert. „Toleriert man die Rebellenpose, dann bietet der Sammelband durchaus interessante Beiträge“, urteilte Gaschke dann. „Norbert Bolz nähert sich Angela Merkel zwar mit penetrantem Paternalismus, aber was er zum ‚Schweigen als Waffe‘ zu sagen hat, ist lesenswert.“ Und: „Der Dresdner Politikwissenschaftler Werner Patzelt analysiert überzeugend, welche Probleme sich für die CDU daraus ergeben, dass sie den Wert- und Kulturkonservativen keine Heimat mehr bieten kann. Er vergisst dabei auch nicht zu erwähnen, dass viele Unionsmitglieder schlicht zu feige waren, sich einer Positionsverschiebung ihrer Partei nach links und grün zu widersetzen.“ Und: „Herausfordernd und spannend ist der Beitrag der Autorin Birgit Kelle, die die sozialdemokratische Wende der CDU-Familienpolitik in der Amtszeit Ursula von der Leyens beschreibt“. Zum Schluss: „Ansonsten gilt, was der Mainzer Zeithistoriker Andreas Rödder, ein CDU-Mitglied, zu Beginn der Buchvorstellung sagt: Für eine Merkel-Bilanz ist es drei Monate vor einer Wahl, zu der die Kanzlerin noch einmal antritt, gewiss zu früh. Für eine Debatte anstelle gefühlter Alternativlosigkeit hingegen ist es höchste Zeit.

Die „taz“ fand das Buch und die Präsentation ganz furchtbar. Wäre es anders, hätten wir etwas falsch gemacht. Auszug aus dem „taz“-Artikel: „Huijuijui, ich versteh zwar bloß die Hälfte – aber der traut sich was, dieser Sarrazin“.

Dagegen war der Bericht im „Neuen Deutschland“ geradezu zahm und freundlich. „Was FAZ-Redakteuer (sic) Philip Plickert da unter der Überschrift »Merkel, eine kritische Bilanz« am Montag in Berlin der Öffentlichkeit vorlegte, wäre treffender als Scherbengericht angekündigt“, schrieb im ND eine Frau, die zu DDR-Zeiten mal Journalismus an der Karl-Marx-Universität studiert hat. Weiter: „Herausgeber Plickert kommt schon bei der Ankündigung der auf 250 Seiten ausgedehnten Fehleranalyse zum wenig wohlwollenden Schluss, dass Angela Merkel nicht jene Lichtgestalt ist, als die sie vielen gilt, sondern ein Scheinriese, der bei näherer Betrachtung mächtig schrumpft. »Eine gewiefte, aber überschätzte Politikerin«, so der FAZ-Journalist unter Verweis auf planlose, undurchdachte Entscheidungen und abrupte, opportunistische Wenden.“. Weiter meint sie: „Das alles könnte man freilich auch mit einer linken Sicht unterschreiben – würden die Autoren, die ausdrücklich im liberal-konservativen intellektuellen Milieu verortet werden, nicht ihren Fokus vor allem auf Momente der Ära Merkel richten, als die kühle Kanzlerin ausnahmsweise menschlich reagierte: in der Eurofinanzkrise, bei der Energiewende nach Fukushima und bei der – wohlgemerkt anfänglichen – Flüchtlingspolitik im Sommer 2015. Was da als »differenzierte, ehrliche Analyse« angekündigt ist, gerät zur schonungslosen Abrechnung.“

 

Venezuela am Abgrund

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Die Situation im sozialistisch regierten Venezuela wird täglich schlimmer. Wirtschaftskrise, Gewaltkriminalität und ein zunehmend diktatorisches Regime bringen das Land an den Abgrund. Meine Frau hat die Entwicklung vor kurzem auf Tichys Einblick beschrieben -> hier.

Das Inflationsgespenst erwacht

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Die EZB flutet die Finanzmärkte mit mehreren Billionen Euro und hat Europa vom Billiggeld abhängig gemacht. Die Entzugskur wird schmerzhaft – und wird wohl immer weiter verschoben. Derzeit leiden vor allem die Sparer, der Unmut könnte aber auch noch die Bundesregierung treffen – im Wahljahr ist der Inflationsanstieg auch ein politisch heißes Eisen.

Mein Leitartikel in der FAZ.

 

Buchankündigung

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Die VWL auf Sinnsuche

Ein Buch für zweifelnde Studenten und kritische Professoren

Von Philip Plickert

(Veröffentlichungsdatum: September 2016
Verlag: Frankfurter Allgemeine Buch, ca. 250 Seiten)

Hier der Link.

BuchCover VWL auf Sinnsuche

 

 


Buchbeschreibung

Zur Zukunft der VWL

Kaum eine Wissenschaft hat so viel Einfluss auf unser Leben wie die Wirtschaftswissenschaft. Aber mit der Finanzkrise ist sie in eine Vertrauenskrise geraten. Es gibt vielfältige Kritik: Realitätsferne Modelle konnten die Krise nicht vorhersagen. Die mathematischen Gleichgewichtsmodelle orientierten sich zu sehr an der Physik, das Menschenbild der Ökonomen sei eindimensional. Viele Mainstream-Ökonomen blenden institutionelle, politische, historische und andere sozialwissenschaftliche Fragen aus. Studierende kritisieren zu viel Formelpaukerei, zu wenig kritisches Nachdenken.

Manche Beschwerden sind tatsächlich berechtigt, aber die Wirtschaftswissenschaft ist im Wandel. Der Autor geht in Form von Essays den Vorwürfen nach, warum die Lehre sich ändern muss. Mit einem besonderen Blick auf die Wirtschaftsgeschichte stellt er neue Entwicklungen dar: unter anderem die Verhaltensökonomie,
die experimentelle Ökonomie und die Wiederentdeckung der Institutionenökonomie. Konkret präsentiert er eine Vielzahl spannender und faszinierender Ergebnisse aus der Welt der Wirtschaftswissenschaft zu aktuellen Themen, wie etwa die zukünftige Rolle von Robotern in der Arbeitswelt.

Ein Buch für zweifelnde Studenten, kritikbereite Professoren sowie eine neugierige Öffentlichkeit, die wissen will, wohin die Volkswirtschaftslehre steuert.

  • Was läuft schief, was läuft richtig in der VWL?
  • Aus der Wirtschaftsgeschichte lernen